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Bootsurlaub, Rheinsberger Gewässer Juni 2011, Erika + Thomas Schulz




Endlich wieder in Waren

Nach arbeitsreichen Renovierungswochen zu Hause freuen wir uns jetzt auf eine Woche Bootsurlaub. Durchwachsenes Wetter ist vorhergesagt, wie wir es schon seit Tagen zu Hause hatten, und auf der Fahrt begleiten uns dann auch Düsterwolken. Aber im Osten leuchtet es blau, und das hübsche Städtchen Waren an der Müritz, wo unser Motorboot BOREAL in diesem Sommer liegt, empfängt uns strahlend unter wolkenlosem Himmel. Wie schön, wieder an Bord zu sein!

1. Reisetag, Ankern zwischen Zotzen- und Mössensee.

Wir verlassen Waren gegen 10 Uhr. Nach Durchqueren der Binnenmüritz schenkt uns die "große" Müritz bei West 4-5 wieder Ostseefeeling mit grünem, welligem, schaumgekröntem Wasser und Lage schiebenden Seglern. Herrlich!
Um 13.30 Uhr erreichen wir am Ende des Müritz-Havel-Kanals die Schleuse Mirow, vor der schon 6 Boote warten. Bei der nächsten Schleusung müsste es für uns passen. Ein alter Segler drängelt sich vor, während wir noch abwarten. Tom schimpft mit ihm. Zum Glück kommen wir noch mit rein! Gegen 14 Uhr raus aus der Schleuse; vorbei an 20 (!!) in der Gegenrichtung wartenden Booten. Die hinteren Boote haben ca. 2 Stunden Wartezeit vor sich!

Um 15 Uhr erreichen wir eine sehr schöne Bucht in der schmalen Passage zwischen Zotzen- und Mössensee. Zeit zum Kaffeetrinken! Also Anker fallen lassen, Persenning runter, Kaffee aufsetzen und in der Sonne genießen!

Tom möchte hier übernachten. Okay, bleiben wir! Es wird ein sehr schöner Nachmittag und Abend.

Wir nehmen unser erstes Bad des Jahres(!), sitzen dann lange und beobachten den Rotmilan, der über die Uferbäume streicht, winken vorbeifahrenden Bootsbesatzungen zu, füttern ein Entenpärchen und betrachten das Ufer.

Da BOREAL um den Anker schwoit, wechselt ständig unsere Aussicht: mal sehen wir die Seerosen vor den Birken am Ufer, mal Segel oder hohe Aufbauten von Booten, die hinter dem Schilf entlangfahren, und dann die lange, schmale Wasserfläche des Mössensees. Dösen, sonnen, lesen, kucken. So vergeht der Nachmittag.
Nördlich und südlich ziehen dicke Schauergebiete durch. Regnen tut's bei uns nicht, aber unter Wolken wird es ab und zu kühl.

Abendessen mit Rotwein im Cockpit. Plötzlich Düsterwolken mit heftigem Regen! Schnell Persenning hoch!
Anschließend sitzen wir noch lange, erstaunlicherweise ohne Mücken, sehen die Wolken sich rot färben, lesen, werden sehr müde. Ab in die Kojen.
Ein sehr schöner, entspannter erster Reisetag liegt hinter uns!

2. Reisetag, Vom Ankerplatz beim Mössensee nach Rheinsberg.

Um 9 Uhr 'Anker auf'. Wir folgen der kurvigen Müritz-Havel-Wasserstraße mit ihren Seen und sehr naturnahen Kanalabschnitten. Die Schleusen Diemitz und Canow werden ohne lange Wartezeit passiert. Nach dem Abbiegen in die südwestlich gelegenen Rheinsberger Gewässer folgt ganz bald als letzte auf dem Weg nach Rheinsberg die Schleuse Wolfsbruch.
Gegen Mittag haben wir unser Ziel erreicht und drehen zuerst mal eine Runde vor dem Schloss. Es sieht hübsch aus, wenn ihm auch nach dem frischen Anstrich noch die Patina fehlt.

100 Meter vom Schloss entfernt finden wir in der Marina Rheinsberg einen Liegeplatz. Das Anlegen wird durch plötzliche starke Böen mit prasselndem Regen erschwert. Ein hilfsbereiter Holländer wird pitschenass, als er unsere Vorleine annimmt, am Steg belegt und dann schnell wieder zurück in sein Boot saust.
Bald darauf sitzen wir mit Blick auf's Cafe Tucholsky gemütlich im Cockpit, futtern frische Erdbeeren und kommentieren die Anlegemanöver anderer Boote.

Dann ist die audioguide-geführte Besichtigung des Schlosses dran, das Kronprinz Friedrich, der spätere II., 'Große', geschenkt bekam und in dem er viele feucht-fröhliche Stunden mit Voltaire und anderen Freunden verbrachte. Er gab es nach seiner Krönung an den jüngeren Bruder Heinrich weiter, der es in manchen Teilen umgestaltete und -dekorierte. Es ist nicht alles erhalten, gibt auch kaum Möbel, da es zu DDR-Zeiten als Sanatorium mit Therapieräumen genutzt wurde, hat aber doch noch viele schöne, originalgetreu restaurierte Räume.

Anschließend erkunden wir den weitläufigen, großzügig mit Bäumen, Hecken und Wegen gestalteten Schlossgarten, in dem aber leider kaum Blühendes zu finden ist. Es gibt einige Statuen und Steinvasen, einen kleinen, runden Tempel ('Salon'), zwei gemauerte Grotten und das Grabmal Prinz Heinrichs, eine von ihm selbst entworfene hässliche, weiße, unvollendete Pyramide.

Dem Schloss gegenüber auf dem westlichen Ufer des Sees hat Heinrich einen Hang in Terrassen eingeteilt mit einem Obelisken oben drauf, der an die heldenhaften adligen Heerführer des siebenjährigen Krieges erinnern soll. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Schlossanlage

Der Ort Rheinsberg ist eine kleine Garnisonsstadt ohne Flair, eigentlich etwas langweilig. Dieses lustige Denkmal hier zeugt immerhin von Humor. Und es gibt die bekannten Rheinsberger Keramik-Manufakturen, von denen wir zwei besuchen, bevor wir an den See und den Hafen zurückkehren, wo ein bisschen mehr Leben ist.

Bei einem weiteren Gang stoßen wir auf das 'Haus der Begegnung'. Hier wird mit Kind und Hund, mit Luftballons und Tanzmusik 20jähriges Jubiläum gefeiert. Eine geteilte Bratwurst hält unseren Hunger zurück, bis wir später am Seeufer in der Abendsonne im Restaurant 'Fischhof' leckeren Zander essen.

3. Reisetag, Von Rheinsberg zum Flecken Zechlin.

Wir verlassen Rheinsberg und biegen nach 1 Stunde ab in die Zechliner Gewässer, einem Gebiet mit der besten Wasserqualität in Deutschland! Der Zootzensee soll fast Trinkwasserqualität haben! Nach dem Passieren enger Durchfahrten und Brücken erreichen wir schließlich Flecken Zechlin, einen Ort am kleinen, runden Schwarzen See, wo wir in der hintersten Ecke bei der "Fischerhütte" festmachen.

Der Ausblick von unserer "Terrasse" ist herrlich und in Kombination mit Kaffee und reichlich Kuchen durch nichts zu übertreffen!

Selbstgebackene Berliner vom Nachbarboot passen trotzdem noch!
Erstaunlicherweise wurden sie uns als Pfannkuchen angeboten.

Gut gestärkt machen wir uns an die Erkundung des kleinen Ortes. Die Kirche leuchtet uns frisch bemalt entgegen, wobei die Farbe anscheinend nur für die Eingangsseite gereicht hat. Leider ist sie geschlossen.
Im hübschen Hofladen daneben kriegen wir Obst und Marmelade.

Das alte Zentrum des Flecken liegt hinter der Kirche mit Bäckerei, Cafe, wenigen Geschäften und dieser stattlichen Eiche, die an die Zeit erinnert, als der brandenburgische Kurfürst hier einige Jahre residierte.

Auf dem hohen Hang westlich des Ortes gibt es eine Aussichts-Plattform mit schönem Blick über den See und
BOREAL an seinem Liegeplatz. Etwas weiter rechts beginnt ein ausgeschilderter Weg, auf dem wir dann auch gleich den See umrunden. Wir entdecken am Ufer einen schönen Wohnmobil-Stellplatz, einige Häuschen, die Ferienwohnungen anbieten und ein recht ansprechendes Hotel.
Zum Abendessen gibt's Aal im Garten der "Fischerhütte".

4. Reisetag, Vom Flecken Zechlin nach Kleinzerlang.

Wir beginnen den Tag mit einem Bad im Schwarzen See, bummeln später noch einmal durch den Flecken Zechlin, kaufen schon mal Kuchen und verlassen dann als letztes Schiff den Anlegesteg an der "Fischerhütte". Die Schleuse Wolfsbruch passieren wir bei Nieselwetter und legen bald darauf in Kleinzerlang am gemeindeeigenen Anleger mit dem Bug zum Steg an, so dass wir nach hinten aus dem Cockpit einen wunderschönen Blick auf den Kleinen Pälitzsee haben.
Das Foto wurde am nächsten Tag bei richtigem Sommerwetter aufgenommen.

Wir haben Nachbarn bekommen: an steuerbord zwei, an backbord ein und zwei Plätze weiter noch ein kleines Segelboot mit je einem netten Rentnerpaar an Bord. Die acht Berliner segeln oft gemeinsam, ankern meist aneinandergebunden. Heute sind sie hier, weil man im "Lindengarten" Fußball gucken kann. Aaah! Das wolln wir doch auch! In Deutschland findet die Damen-Fußball-Weltmeisterschaft statt! Und gleich um 18:00 Uhr gibt's aus Berlin das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Kanada (2:1 für Deutschland)!

Flora und Fauna direkt vor unserem Bug, zwischen Steg und Land.

Schöner als in jedem Park!

Hier in Kleinzerlang haben wir auch etwas Drolliges beobachtet: kleine, ca. 8 cm lange Fischchen, die ein treibendes Schilfrohr anstubsten und übten, darüber zu springen! Manche konnten es schon richtig gut.

Mittsommer auf BOREAL

In Schweden feiert man heute Mittsommer. Wir denken an unsere schwedischen Freunde und einige schöne Mittsommerfeste, die wir auf Törns mit unserer Segelyacht in den Ostschären und auch mit Freunden zu Hause im Garten erlebten.
Die Blumen sind frisch gepflückt, die Deko ist immer mit an Bord.
Irgendwann wollen wir auch mal mit BOREAL in Schweden Mittsommer feiern.

5. Reisetag, Sommer in Kleinzerlang.

Heute haben wir Sommer!!!
Wir beginnen den Tag mit Baden, können uns dann nicht vom Frühstückstisch trennen.

Um 12 Uhr stellen wir fest, dass wir immer noch nicht abgefahren sind.

Wir beschließen, in Kleinzerlang zu bleiben.
Lesen, Tagebuch schreiben, baden, sich oben auf dem Dach sonnen, einen kleinen Gang durch den Ort machen, dabei eine lustige Foto-Ausstellung bekucken und wieder baden.

6. Reisetag, Rückfahrt nach Waren.

Immer noch Sommer!!!
Baden, Brötchen holen (Kuchen nicht vergessen!), ausgiebig frühstücken, abfahren. Bei Schleuse Diemitz müssen wir warten, sind aber bei der zweiten Schleusung dabei. In der Gegenrichtung warten mindestens 20 Motorboote und 2 Paddlergruppen mit zusammen ca. 50 Jugendlichen.

In der prallen Sonne eine heiße Angelegenheit. Aber Spaß hatten sie trotzdem.

Mitten auf der Müritz stellen wir den Motor ab und kochen Kaffee. Eri hat noch mal Lust zu baden und schwimmt drei Runden ums Schiff.

Kurz vor der Einfahrt in die Binnenmüritz (Waren), treffen wir die Segler aus Kleinzerlang wieder. Sie haben inzwischen Verstärkung durch Enkelkinder bekommen.
Eine Stunde später liegt BOREAL nach insgesamt nur 131 km Fahrt wieder an seinem Liegeplatz in Waren. Schön war's, interessant und erholsam!

BOREAL

 

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