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Von Lübeck über Hamburg nach Bremerhaven

1. großer Fahrtabschnitt

Reiseteil 1


über
Mölln
Lauenburg
Hamburg
Stade
Otterndorf
Bad Bederkesa


Strecke Lübeck - Bremerhaven: 280 km
Fahrtage: 7
Landtage: 2

WICHTIGE INFORMATION FÜR BOOTSFAHRER:
Die Strecke Otterndorf - Bad Bederkesa
ist wegen einer nur 2,70m!! hohen, unbeweglichen Brücke
nur mit niedrigeren Booten zu befahren!!
Höhere Boote müssten über die Nordsee um Cuxhaven herum oder über Elbe-Seiten- und Mittellandkanal Richtung Holland fahren.

Von Lübeck nach Mölln 16.5.15

Am Freitag, dem 15.5., gehen wir bei sonnig-warmem Wetter mit viel Gepäck an Bord. Wir sind geschafft, als alles verstaut ist, freuen uns aber auf den morgigen Start.
Samstag früh kommt unsere Tochter Katrin mit ihrem Hund zum 'Abschieds-Frühstück' an Bord, eine lustige Idee von ihr! Und dann heißt es: "Tschüs, gute Reise! Kommt heil wieder!"
Leinen los und auf geht's. 30 km auf dem schönen, kurvigen Elbe-Lübeck-Kanal liegen vor uns, bei erlaubten 10 km/h, mit 5 Schleusen, bis zu unserem ersten Tagesziel: Mölln.
Vor der ersten Schleuse, Büssau, müssen wir 50 Minuten warten, bis sich zwei weitere Boote zu uns gesellt haben. Dann geht es zügig hinein, wir machen fest, die Schleusentore schließen sich und die Aufwärtsschleusung beginnt. Ich benutze dabei eine Leine mit Haken, den ich an einer Leiter einhake und immer wieder höher setze. Das hat sich für uns bewährt.
Wir drei Boote fahren gemeinsam von Schleuse zu Schleuse und werden in die Höhe transportiert. In der letzten, der Donnerschleuse, um 4,5m! Danach ist es nicht mehr weit bis Mölln. Nach insgesamt 5 1/4 Stunden legen wir im Ziegelsee beim WSV Mölln an.

Beim Spaziergang zum Markt wünscht uns Till Eulenspiegel mit Daumendruck eine gute Reise!

Beim kleinen, alten, gemütlichen 'Café am Markt' (es liegt gleich neben dem linken Fachwerkhaus, ist aber von außen nicht ganz so schön) bestellen wir einen Tisch fürs Abendessen und genießen später ein sehr leckeres Spargelessen. Sehr zu empfehlen!

Von Mölln nach Lauenburg 17.5.15

Bevor wir weiterreisen, möchte ich erst einmal kurz unser Boot vorstellen:
BOREAL ist eine "Barkas 1150", ein holländischer Bootstyp, 11,50m lang und 4m breit; maximale Geschwindigkeit 13 km/h; man kann von innen oder auch von außen aus dem Cockpit steuern. Im geräumigen Salon gibt es ein Rundsofa mit Tisch, eine Küchenzeile und den Steuerstand. 4 Stufen tiefer befinden sich im Vorschiff die 'Nasszelle' mit Toilette, Waschbecken und Dusche, eine Kabine mit Doppelbett und Schränken sowie eine niedrige 'Unterflur'-Kabine, ebenfalls mit Doppelkoje. Nach und nach werden diese Bereiche in Fotos zu sehen sein.

Nun zur Weiterfahrt auf dem Elbe-Lübeck-Kanal, der ab Mölln stärker kanalisiert wirkt. Aber mit Sonnenschein auf dem frischen Mai-Grün der Bäume gefällt er uns heute mehr als sonst. Eine Stunde nach Abfahrt, auf der Höhe des Wasser-Freizeit-Parks Güster, schwimmen wie schon oft viele Gänse auf dem Kanal. Zum ersten Mal in diesem Jahr sehen wir auch Küken. Vorsichtig müssen wir um die Gänsefamilien herumfahren.

Auf der heutigen Strecke gibt es nur 2 Schleusen, die beide beim Näherkommen für uns und ein zweites Boot geöffnet werden. Das spart Zeit, und so brauchen wir für die etwas längere Strecke heute 1 Stunde weniger als gestern.
Gut, so haben wir mehr Zeit für das hübsche alte Lauenburg! Wir mögen die kleine Altstadt am Fuß des hohen Elbufers mit seinen trotz Bedrohung durch Hochwasser fein restaurierten und gepflegten Fachwerkhäusern. Erst 2013 waren bei einem Hochwasser alle tiefliegenden Häuser der Unterstadt überschwemmmt worden.

In Lauenburg wurden Jahrhunderte lang Waren, besonders Salz aus Lüneburg, von größeren Schiffen auf Lastkähne umgeladen, die mit ihrer Last über den Stecknitzkanal, einem Vorgänger unseres heutigen Kanals, von der Elbe nach Lübeck und damit über die Trave zur Ostsee gesegelt und getreidelt wurden.
Das Denkmal "Der Rufer" zeigt einen Stecknitz-Kahnschiffer, der einem vorbeifahrenden Elbschiffer einen Gruß zuruft. Oder bietet er seinen freien Kahn zum Umladen an?
Im Hintergrund sieht man die durch ein Werftgelände führende Ausfahrt aus dem Kanal. Rechts geht es in die breite Elbe.

Wir sind zum 4. Mal mit BOREAL in Lauenburg und jedes Mal habe ich in diesem Geschäftchen Porzellan-Blümchen gekauft, die dann zu Hause an Freundinnen verschenkt wurden. Diesmal nehme ich ein Sträußchen aus gelben und weißen Blüten mit, die in der Bord-'Küche' ihren Platz finden.

Abends planen wir für die Weiterfahrt morgen: Wann müssen wir morgen früh losfahren, um nach Passieren der Schleuse Geesthacht mit ablaufendem Wasser gut nach Hamburg zu kommen? Resultat: Morgen 5.30 Uhr aufstehen, ohne Frühstück 5.45 Uhr abfahren.

Von Lauenburg nach Hamburg 18.5.15

Der Wecker steht auf 5.30 Uhr, aber Tom tigert vorher schon rum. Also 5.15 aufstehen, 5.35 Motor an, ganz leise ablegen, auf die Elbe hinaus und im Morgendunst, leider ohne Sonne, am noch schlafenden Lauenburg vorbeigleiten. Auch am Dorf Artlenburg, das sich am südlichen Ufer hinter den Deich duckt, während vom hohen, bis oben hinauf baumbestandenen Nord-Ufer eine Bachstelze herübergeflogen kommt. Sie fliegt eine Weile neben uns her, setzt sich aufs Dach, fliegt weg, kommt wieder und verschwindet ganz, als eine zweite Bachstelze dazukommt.
In der Nähe des AKW Krümmel quert ein Biber (!!) die Elbe, taucht dabei hin und wieder ab. Hoffentlich wird er nicht von dem Binnenschiff erfasst, das uns gerade entgegenkommt!

Wir melden uns im Näherkommen bei der großen Schleuse Geesthacht an: "Sportboot Boreal möchte zu Tal schleusen!" Antwort: "Legen Sie sich bitte an den Wartesteg an Steuerbord!" Bald darauf: "Ähh, ich meine Backbord, hab mich vertan!" Na dann! Und wieder der Lautsprecher, als wir gerade beim Anlegen sind: "Achtung! Achtung! Das Sportboot! Sie können hinter dem Binnenschiff einfahren!" Okay, uns soll's recht sein. Rein in die Kammer, an der Leiter einhaken, jetzt kann's abwärts gehen.
15 Minuten später können wir wieder ausfahren. Uuund? Ja, die Flut ist gekippt. Es ebbt! Mit 15 km/h, 3 mehr als ohne die Strömung, "sausen" wir auf Hamburg zu.

Es ist mittlerweile 7.40 Uhr, Zeit zum Kaffetrinken. Die richtige Ruhe haben wir nicht dabei. Abwechselnd stehen wir vom Tisch auf, um zu sehen, ob kein Schiff entgegenkommt, und um den Kurs zu korrigieren.

Es ist immer wieder toll, sich Hamburg zu nähern und hinter einer Flussbiegung die Silhouette der Stadt auftauchen zu sehen. Na, wo steckt denn die Elbphilharmonie?

Da ist sie ja!
Aber kaum hat man die beiden Bogenbrücken hinter sich gelassen, fängt es an zu schaukeln, selbst wenn gar kein anderer Verkehrsteilnehmer zu sehen ist!
Aha, da am Cruise Center liegt eine 'AIDA'! Es ist die 'Sol', wie wir später sehen.

In Hamburg 18.5.

Wir legen wieder am ersten Steg im City Sporthafen an, wie im letzten Jahr. Müde! Ausruhen! Und dann Klarschiff machen: Dach und Gangbord von Blütenstaub, Knospenhüllen und Möwenschiss befreien. Der Hafenmeister kommt vorbei, findet es vorbildlich, dass ich das Boot für HH so schön herausputze! Na bitte! Er erinnert sich an "BOREAL" und daran, dass wir aus Lübeck kommen! (Hat er doch am Heck gelesen, der Schlawiner!)
Jetzt geht's in die Stadt. Von der hohen Kaimauer mit Sitzstufen hat man einen guten Blick auf den Hafen (Wer findet BOREAL?), die Kehrwiederspitze und die Elbphilharmonie.

Unser erstes Ziel ist die neue Hafencity. Hier im Sandtorhafen liegen alte Schiffe und Boote vor sehr modernen Häusern.
Wir futtern unterwegs gekauften Salat und beobachten die vielen jungen Kontor- und Büroangestellten, die flotten Schrittes vorbeimarschieren, teilweise selbst mit Salat in Boxen.

Das Nebeneinander alter und vielfältig gestalteter neuer Gebäude macht die Hafencity so interessant. Hier die Vorderseite alter Speicherhäuser und das Denkmal eines Seeräuberfreundes von Störtebeker.

Die Rückseiten alter Speicher. Hier machten Schuten fest, aus denen oder in die an langen Seilen Waren geladen wurden. Jetzt sind sie mit Balkons versehen und dienen als Wohn- oder Büroräume.

Weiter geht's am bekannten Chilehaus vorbei in die Mönkebergstraße, wo wir das Laptop besorgen, von dem aus ich jetzt gleich an Bord diesen Reisebericht schreiben kann.

Zuerst noch eine kleine Stärkung mit Kaffee und Kuchen unter den Alsterarkaden.

Der Rest des Nachmittags vergeht mit Einrichten des Computers, - eine sehr komplizierte, langwierige Sache.

Landtag in Hamburg 19.5.15

Für heute ist wieder sonniges und wärmeres Wetter angesagt. Wir beschließen, noch einen Tag in HH zu bleiben.
Diesmal spazieren wir an den Landungsbrücken vorbei...

... und am Eingang in den alten Elbtunnel (für Fußgänger, Radfahrer und eingeschränkt auch Autos, die mit einem Aufzug hinunter in die Tunnelröhre kommen; 1911 erbaut, unterquert er die Norderelbe auf einer Länge von 426,5m). Weiter geht es an den besetzten Hafenstraßen-Häusern vorbei, von denen immer noch Bullen-Schimpfe herunterhängt; dann zur St. Pauli-Kirche (leider zu) und zum Fischmarkt; bei Ina Müllers Seemannskneipe hinauf zum 'Altonaer Balkon', dem Aussichtspunkt mit tollem Blick auf die Elbe und den Köhlbrand samt Brücke.

Wenn man sich umdreht, kuckt man auf die Rückseite des Altonaer Rathauses.
Hier die prachtvolle Vorderseite!

Durch Grünanlagen mit Spielplätzen kommen wir von Altonas Einkaufsstraße (nicht besuchenswert) ins Schanzenviertel. Die Straße links mit ihren gepflegten alten Häusern kommen wir herunter, essen dort in einem kleinen Eckrestaurant leckeren Zander und stoßen dann hier unten auf die 'Rote Flora', dies mit alternativ-aggressiven Sprüchen 'geschmückte' als Autonomes Zentrum von linken Gruppen besetzte Flora-Theater. Durchs fröhlich-alternativ wirkende Karolinenviertel, am Millerntor-Stadion und dem Bismarck-Denkmal vorbei (nanu, der 'hohe Herr' trägt heute einen Ziegenbock als Kopfschmuck!) kommen wir wieder zum Hafen zurück. Ziemlich geschafft!

Von Hamburg nach Stade 20.5.15

Lange haben wir gestern Abend mit dem Gezeitenkalender in der Hand überlegt, wann wir heute abfahren müssen, um mit ablaufendem Wasser schnell die 33 km vor die Mündung des Flüsschens Schwinge zu schaffen, und zwar so, dass dann dort gerade die Flut eingesetzt hat, und wir die 5 km nach Stade gut flussauf kommen.
Um 6.45 Uhr starten wir, gleiten leise aus dem Hafen und lassen das vertraute Panorama im Dunst hinter uns zurück. Schön!

Beim zweiten Cruise Center, auf das man vom Altonaer 'Balkon' gut herunterkucken kann: der Kreuzfahrer 'Mein Schiff 1'.
Zwei riesige chinesische Containerschiffe der Yang Ming-Reederei kommen uns entgegen. Über Funk hören wir, dass eins davon von Schleppern gedreht werden soll, was das Fahrwasser für einige Zeit komplett sperren würde. Zum Glück beginnt das Drehen erst als wir gerade vorbei sind.

Hinter Wedel wird die Elbe schon ganz schön breit.

Genau wie geplant, schwingen wir um 9.15 in die Einfahrt der SCHWINGE ein...

...und machen um 10 Uhr im Stadthafen Stade fest.

Landtag in Stade 21.5.15

Schöne alte Fachwerkhäuser prägen das Bild von Stade (ca. 46.ooo Einwohner), wie hier am Alten Hafen. Selten haben wir in einer Stadt so viele feine, gepflegte Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert gesehen. Viele andere Städte verloren ein Großteil ihrer alten Gebäude durch Feuer. In Stade war es nur etwa ein Viertel, das verloren ging, als der Turm der Wilhadi-Kirche durch Blitzschlag Feuer fing.
Erstaunt sind wir auch über die Vielzahl guter Geschäfte.

Häufigstes Fotomotiv: der alte Holzkran. Man kann in ihn hineingehen und findet interessante Informationen und Bilder zur Geschichte Stades.
Wusstet ihr, dass Stade eine Hansestadt ist?

Von Stade nach Otterndorf 22.5.15

Der Wetterbericht hatte Sonne vorhergesagt, da blieben wir einfach noch einen Tag länger in Stade; auch um endlich mit diesem Reisebericht zu beginnen.

Wir haben schon ein gemütliches Frühstück hinter uns, als wir am nächsten Tag um kurz nach 8 aus Stade ablegen, leise die Schwinge hinunterbrummen, um 8.40 Uhr die Elbe wieder erreichen und gleich auf ihr nördliches Ufer hinüberwechseln. Wieder müssen wir die Tide beachten: nicht zu schnell mit dem ablaufenden Wasser fahren, sonst müssen wir vor unserem Ziel Otterndorf zu lange auf die Flut warten; denn die Zufahrt zum Otterndorfer Hafen fällt fast trocken, da muss die Flut erst wieder ein bisschen reinschieben, sonst können wir nicht einfahren.

So langsam, dass dies Segelbötchen uns fröhlich winkend mit Außenborder überholt, wollten wir eigentlich nicht fahren!

Und was ist das denn da für eine Riesending?

Die britische Megayacht TATOOSH ankert vor der Stör-Mündung. Ihr Beiboot ist fast so groß wie unser BOREAL!

Oh Schreck! Vor lauter Kucken haben wir die erst ganz spät gesehen, und da rast sie auch schon mit Wahnsinns-Geschwindigkeit an uns vorbei: die Helgoland-Fähre aus Hamburg! Ihre heftige Welle schüttelt uns durch, lässt das Geschirr in den Schapps klirren und einiges umfallen! Zum Glück geht nichts kaputt!

Kurz vor Otterndorf ist der Mündungstrichter der Elbe schon so weit, dass wir uns eher wie auf der Nordsee fühlen, zumal der Wind zunimmt und uns einige seitliche Wellen unangenehm aufschaukeln.
Aber wir müssen zusammen mit anderen Booten noch vor der Einfahrt warten...

dann traut sich der erste, nachdem er schon 'ne Weile hin- und hergefahren war, und noch einer und schließlich auch wir.

Schmale Fahrrinne, inzwischen aber schon 1,50m tief.

In Otterndorf

Sonne, Wärme, Ferienatmosphäre im kleinen Ottendorfer Tidehafen.
Schöner Blick vom Deich auf die schmale Fahrrinne und die weite Elbe...

... und hinter dem Deich schuften diese Drei, denn

" Keen nich will diecken,
de mutt wiecken! "

Ich hab's irgendwie mit Denkmälern!

Schon wieder eins! Der "Stadtausrufer" mit kleinen Zuhörern am schön gestalteten Marktplatz neben der Otterndorfer Kirche. Einladende Bänke (wir erwischen zum Glück die letzte freie, denn der Fußmarsch bis hierher war laang), ausladende Bäume, ein Sprudelbrunnen, über den ein Junge hoppst, und eine Eisdiele! Hmm!

Ein paar hübsche alte Fachwerkhäuser gibt's im kleinen Städtchen (ca.7000 Einwohner) auch. Diese beiden sind neu. Ich habe sie wegen der netten Sprüche aufgenommen.
Die Einkaufsstraße ist kurz. Immerhin gibt's einen Optiker, der endlich Toms Brille reparieren kann; einen tollen 'Antiquitäten'-Kitschkram-Laden, in dem ich nicht an einem 20cm großen Krabbenkutter fürs Fenster vorbeikann; und zum Abendessen einkaufen können wir auch.

Hätten wir für den Rückweg, nun mit Gepäck, doch die kleine Bimmelbahn genommen! Sie bringt Gäste zum Hafen, an den kleinen Elbstrand und zu einem großen Badesee, der viele verschiedene Wassersportarten bietet. Kurz vorm Hafen überholt sie uns.

Von Otterndorf nach Bad Bederkesa 23.5.15 Pfingstsonntag

Am nächsten Tag geht es nach dem Hochschleusen erst mittags weiter, denn auf dem HADELNER KANAL, den wir befahren wollen, findet ein Ruderer-Treffen mit Clubs aus ganz Norddeutschland statt, natürlich mit Regatten.
Gleich machen sie Mittagspause und wir können durch.

Die Dänen haben's eilig. Wir halten uns an die gebotene Höchstgeschwindigkeit von 8 km/h und genießen, abwechseln auf dem Dach sitzend, die Ruhe und den Blick über die weite, flache Geestlandschaft mit einzelnen, von Bäumen umgebenen Bauernhäusern. Nur Weidewirtschaft wird hier betrieben: kein einziges Getreidefeld, nur viele Kuhherden, Trecker, die mähen oder Gemähtes wenden, - und Tom hat das Glück eine ganze Schar Störche beobachten zu können.

Gegen halb 5 legen wir in Bad Bederkesa (5000 Einw.) an. Dem frischen Wind entgehen wir, indem wir uns mit dem Bug in den Wind legen und so mit Sonne im offenen Cockpit Kaffee und Kuchen genießen können.
Wäre es heiß, würden wir im Badesee gleich beim Liegeplatz (doppelt so groß wie der Bornhöveder) baden, bei Regen würden wir die Moortherme oder die Burg mit archäologischem Museum und Restaurant besuchen, auch beides am Kanal. So aber gehen wir den Hügel hinauf zur 30 m hoch gelegenen Windmühle, die leider schon geschlossen hat. Die Aussicht geht weit über das flache Land. Sonst hat das kleine Badestädtchen nichts zu bieten.

Abends holt Tom den Fernseher aus seiner 'Kajüte' und turnt dann 'ne halbe Stunde rum, um die Antenne für den Empfang des ESC auszurichten. Wir wollen gerade aufgeben, da kriegen wir ARD und das Lachen von Barbara. Das wahrscheinlich am Ende nicht mehr ganz so fröhlich war, wir aber nicht mehr mitbekommen haben. Nun ja.

Von Bad Bederkesa nach Bremerhaven 24.5.15 Pfingstmontag

Wieder Sonne und ein bisschen wärmer!
Der Fortsetzung unseres Kanals heißt jetzt BAD-BEDERKESA-GEESTE-KANAL, ist schmaler ( hier die besonders schmale 2. Schleuse)...

... und führt ganz nah an blühenden Bäumen entlang und durch sonnenbeschienen Wald. Sehr schön!

Später kommt von links das Flüsschen GEESTE dazu, das uns, sich durch flaches Land schlängelnd, nach Bremerhaven bringt, wo es in die Weser mündet.
Ich sitze auf dem Dach und muhe die Kühe an.
Plötzlich höre ich bekannte Rufe: Kraniche! Aber wo?
Ich stehe auf, sehe neben der Geeste einige kleine Seen mit Schilfinseln und Feuchtwiesen drum herum. Durchs Fernglas entdecke ich 5 Silberreiher, sehr schön, aber die krächzen doch; mehrere Möwen, Kibitze, Brandgänse, Enten und - 8 bis 10 Graurücken im See stehend! Auf einer Schilfinsel hebt ein Grauer den Kopf, eindeutig ein Kranich! Im Schilf neben ihm sein Weibchen (?) sitzend auf ihrem Nest (?). Toll!

Vor Bremerhaven bringt uns eine Schleuse abwärts... .

...in die schmale Rinne zwischen Schlickrändern, zu der die Geeste bei ablaufendem Wasser wird.

Ungewohnter Anblick für uns Ostsee-Küsten-Befahrer.

In Bremerhaven am Pfingstsonntag 24.5.2015

Kurz vor der Mündung der Geeste in die Weser legen wir vor einer hohen Mauer in Bremerhaven an.

.
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel und wir wollen jetzt endlich Bremerhaven kennenlernen. Als wir BOREAL vor 5 Jahren aus Holland abholten, hatten wir die Stadt aus Zeitmangel links liegengelassen.
Der neue Hafenbereich mit seinen fast futuristischen Gebäuden ist sehenswert, genauso wie die Menschenmassen an diesem herrlichen Pfingsttag.
Das Hochhaus links ist das ATLANTIC- Hotel Sail City, dessen obere Dachplattform man besteigen kann. Machen wir natürlich! Äh,nein, nicht besteigen. Wir sausen mit einem superschnellen Fahrstuhl in die 20. Etage hinauf.

Toller Blick von oben auf die Promenade, den kleinen Strand, die Mündung der Geeste in die hier schon sehr breite Weser und dahinter Industrie- und Fischerei-Hafen.

Auf der anderen Plattform-Seite sieht man über die Weser-Mündung und weit auf die Nordsee hinaus. Und hinunter auf den Neuen Hafen mit den Traditionsschiffen im Vordergrund, vielen Liegeplätzen für Motor- und Segelyachten hinten und links in der Mitte die Zufahrt mit Schleuse. Am Kai hinter dieser wird wohl bei Großseglertreffen u.a. die "Alexander von Humboldt" liegen, die jetzt aber nördlich unterwegs ist.

Dies graue, ruinenartige Gebilde links vor der Zufahrt ist ein Meeres-Zoo, die Ecke des grauen Hauses am rechten Kai gehört zum sehr besuchenswerten Auswanderer-Museum. Dann gibt es auf dem wirklich beeindruckenden maritimen Gelände noch ein Schifffahrtsmuseum, ein Klima-Haus und das Mediterraneo!

Pfingstmontag 25.5.15

Am nächsten Morgen können wir nicht weiter, wir müssten sonst gegen ablaufendes Wasser die Weser und die Hunte hinauffahren.
Stattdessen begeben wir uns im AUSWANDERER-HAUS auf eine Schiffsreise über den Atlantik nach New York!
Mit lebensechten Puppen zusammen stehen wir im Dämmerlicht vor der Gangway zu einem großen stählernen Schiff, das uns in eine ungewisse Zukunft bringen wird. (Die Gruppe ist viel größer und rechts ragte die Schiffswand bis an die Decke!) Ich fühlte mich richtig beklommen, auch als wir die sich leicht bewegende Gangway hinaufstiegen. Es ist so echt gemacht!

Hier sind wir in einer großen Kajüte, in der jedem Passagier immerhin schon ein begrenzter Bereich zur Verfügung stand ( Anfang des 20. Jhdts). Es gibt auch noch andere Kajüten, auf Segelschiffen oder von späteren 1.Klasse-Reisenden!

Im Speisesaal der etwas besser Situierten.

Nach Ankunft in der neuen Welt erleben wir die Befragung durch amerikanische Beamte, die über unsre Einreise entscheiden (Allerdings am PC).

Hinfahren und Ankucken! Es lohnt sich!

Drei Beiträge vorher hatten wir das Mediterraneo genannt, von dem wir meinten, es sei vielleicht eine tolle Bade- und Wellness-Landschaft dahinter versteckt.
Falsch geraten! Wir spazieren stattdessen durch ein kleines italienisches Städtchen...

...mit kleiner Piazza, auf der Trattorias und Ristorantes zum Einkehren einladen.

Wir kehren aber nicht ein. Wir kehren zurück an Bord.
Und dann folgt Teil 2 der Reise.

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