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Von Bremerhaven nach Groningen (Niederlande)

Reiseteil 2


über Oldenburg
Kamperfehn
Leer
und Delfzijl (NL)



Strecke Bremerhaven - Groningen: 203 km
Fahrtage: 5
Landtage: 1

Von Bremerhaven nach Oldenburg 25.5.15

Um 13 Uhr sind wir zurück bei BOREAL. Oha, wir sitzen im Schlick! Links unter den Fendern ist es deutlich zu sehen.
Da müssen wir noch warten, bis die Flut ein bisschen mehr Wasser unter uns spült.
Gemütliches Mittagspäuschen im offenen Cockpit.
Um 14.15 gluckert's um uns rum! Bald darauf schwimmen wir wieder.
Leinen los und noch mit Ebbströmung gegen die Flut das kurze Stück zur Mündung der Geeste...

... und hinaus auf die ganz schön wellige Weser mit Blick zurück auf die Gebäude des Neuen Hafens.

Weseraufwärts geht's vorbei an Industrie-Anlagen (Nordenhamm),...

...feinen Sandstränden,...

und hinter vielen Seglern her!
Eine Atmosphäre wie beim Nachhause-Segeln am Ende eines schönen Sommer-Wochenendes in der Kieler Förde.
Wir setzen uns abwechselnd aufs Dach und genießen.

2 1/2 Stunden später fahren wir durchs offene Sperrwerk in die Hunte ein,...

In Oldenburg 25.5.

...die uns mit der Flut auf kurviger Strecke nach OLDENBURG bringt, wo wir beim Oldenburger Yachtclub anlegen.
Hier werden wir nett vom sehr schnackfreudigen, mit mir flirtenden Hafenmeister (80) und seiner Frau (77) empfangen und mit Tipps für den Aufenthalt und die beste Pizzeria ("Mamma Mia") versorgt.
Stimmt, Pizza und Salat bei "Mamma Mia" schmecken lecker und die Kellner sind echte Italiener!

Oldenburg 26.5.

Am nächsten Vormittag haben wir Zeit, noch einmal durch die Stadt zu bummeln. Beim Dom St. Lamberti (rechts) findet heute Markt statt; da können wir uns gleich mit Grünzeug und Käse versorgen.
Gegenüber unter der gelben Markise haben wir die leckere Pizza gegessen.

Wir sind überrascht darüber, wieviele breite und schmale Altstadt-Straßen mit schönen Häusern wir durchstreifen können, alles Fußgängerzonen, dazu immer wieder Passagen - hier 'Höfe' genannt -, und ein gutes, hochwertiges Geschäft neben dem anderen!
Und wie man sieht ist auch ordentlich was los. Wir sehen keine leeren Schaufenster, kein 'Zu-vermieten'-Schild!
In einer privaten Buchhandlung ('Seit 1861', dreistöckig!) kaufen wir einen Niederländisch-Sprachführer.

Im HB-Bildatlas lesen wir später, dass sich in Oldenburgs "ca. 25 ha großen Innenstadt"..."die älteste und eine der größten Fußgängerzonen Deutschlands befindet." Kuck an.

Oldenburg als Kreis-, Universitäts- und Handelsstadt (162000 Einw.) scheint es sehr gut zu gehen. Es herrscht eine tolle, betriebsame Atmosphäre!
Ich glaube, da kommt keine unserer schleswig-holsteinischen Städte mit!

Von Oldenburg nach Kamperfehn 26.5.15

Mittags legen wir vom OYC ab, fahren ein kleines Stück, unter einer Brücke durch und sind bald vor der Schleuse, bei der Tom uns vorher angemeldet hat. Ein Binnenmotorschiff muss noch raus, dann sind wir dran.
Kaum habe ich uns innen wie immer mit Haken an einer Leiter festgemacht, geht die Aufwärtsschleusung schon heftig los! Es sprudelt und strömt so stark, dass BOREAL ordentlich hin und her schwingt. Da übernimmt Tom lieber den Haken.

Die Schleuse hat uns in den Anfang des KÜSTENKANALs hinaufgehoben, der breit und gerade bis zur Ems hinüberführt. Er ist ziemlich langweilig, besonders wenn kein Verkehr herrscht wie heute. Tom bittet mich bald, das Steuer zu übernehmen und ist kurze Zeit später auf dem Sofa eingeschlafen.

Das auf dem Bild ist natürlich nicht der Küsten-, sondern der fast verwunschen schmale ELISABETHFEHNKANAL, in den wir bei Km 29 durch diese enge Brücke eingebogen sind.

Im Elisabethfehn-Kanal

Nach 50m macht es 'Rums!' und dann noch zweimal 'Rums!' ... 'Rums'! Oha, da sind wir wohl gegen Äste am Grund gestoßen! Der Kanal soll stellenweise nur 90 cm tief sein, wir haben aber 1 m Tiefgang!
Und trotz Langsamfahrt machen wir 'ne ziemliche Welle, auf der an einer Stelle drei Entenküken richtig ins Surfen kommen, bevor sie erschreckt das Ufer hinaufflüchten.

Dort vorn beim Anleger Kamperfehn finden wir einen Liegeplatz. Ein anderer Bootsfahrer beruhigt uns: Sein Boot hat auch nur 1 m Tiefgang und er ist die Strecke schon oft problemlos gefahren. Na dann!

Beim Spaziergang zur nahen Brücke entdecken wir dieses Schild.
Hier werden wir uns also morgen mit den zwei anderen Booten, die auch durch den Kanal wollen, treffen und die Passage gemeinsam machen, begleitet von einem Schleusenwärter mit Auto, der Brücken und Schleusen für uns bedient.

Am späteren Nachmittag versucht Tom eine in Oldenburg gekaufte Sim-Karte zu installieren, um die Übertragungsrate bei der Erstellung dieses Reiseberichts zu erhöhen. Eine sehr nervige Angelegenheit, die noch nicht mal klappt!

( Was ihr hier gerade lest, habe ich erst in Holland schreiben können.)

Von Kamperfehn nach Leer 27.5.15

Kurz vor acht sind wir bereit und der etwas verschlafen wirkende Schleusenwärter öffnet pünktlich um acht die erste Brücke.

In die 1. und 2. Schleuse passen wir noch alle drei hinein,...

...die 3. und 4. sind kürzer, da muss unser dicke Pott draußen warten.
Wir haben Zeit, uns die Plakate am Ufer anzusehen.

Auf diesen wird die Entstehungsgeschichte des Kanals und der Fehnsiedlungen erzählt. Der Kanal mit Nebengräben hatte die Aufgabe, die umliegenden Moore zu entwässern, den schnellen Abtransport des gewonnenen Torfes zu ermöglichen und später auch eine schnellere Verbindung von Leer nach Oldenburg zu schaffen.
Die Siedlungen am Kanal sind sehr lang und bestehen jeweils nur aus einer Reihe nebeneinander liegender Häuser auf beiden Seiten des Kanals, ausgesprochene Straßen-, nein, hier eben Kanaldörfer, die Fehnsiedlungen genannt werden, wie Kamperfehn, Elisabethfehn, u.a.. Aber Straßen haben sie schon auch, direkt am Ufer entlang: auf einer Seite ein schmaler Weg, auf der anderen eine Autostraße.

Die Erhaltung des Kanals mit Brücken und Schleusen (von denen eine eigentlich durch eine neue ersetzt werden müsste), sowie die Bezahlung des Schleusenwärters ist eine kostspielige Sache. Die Bewohner befürchten, dass das Land bald nicht mehr zahlen will und kämpfen, wie man sieht, für den Erhalt.

Er ist wirklich schön zu befahren mit seinen Baumreihen und Büschen und hübsch gestalteten Gärten.

Besonders Azaleen und Rhododendren gedeihen hier in der torfigen Erde prächtig und werden deshalb sehr gern gepflanzt.
Nach 4 Stunden haben wir die beschauliche Strecke (16 km) hinter uns gebracht.

Dann kommt das krasse Gegenteil: Eine rasante Fahrt auf dem dreimal so breiten, sehr kurvigen Fluss LEDA, der mit eigener Strömung und durch bei Ebbe ablaufendem Wasser uns geradezu nach Leer schießen lässt. Wobei wir ständig wild am Rad kurbeln müssen, um nicht aus den Kurven getragen zu werden!
Puh! Für die 25 km auf der Leda haben wir nur knappe 2 Stunden gebraucht!!

Vor und in Leer 27.5.

Und dürfen uns dann erst mal mit einem Mittagschläfchen an einem Schwimmsteg in der Leda von der Leda-Fahrt erholen, denn die Schleuse zum Hafen Leer kann wegen Niedrigwasser erst in 2 1/2 Stunden wieder betrieben werden! Die mögen's aber mit uns tun!
Und dann passiert auch noch ein Malheur in der Schleuse. Als wir gerade fest sind, diesmal mit Haken und zweiter Leine, kommt noch ein großer Ausflugsdampfer viel zu schnell herein, schwingt alle kleinen Boote wild hin und her und biegt bei dem enormen Druck auf die Festmacher unseren Schleusenhaken auf, sodass unser Heck keinen Halt mehr hat. Zum Glück stürzt Tom, der diesmal den Haken hält, nicht um und es gelingt ihm bald, eine Leine an der Leiter anzubringen. Als wir dann schließlich im Städtchen LEER angelegt haben, sagt er diesem rücksichtslosen Kapitän aber Bescheid!

Das Foto zeigt unseren Liegeplatz an der langen, schönen, den ganzen Hafen umrundenden und von kleinen Anlagen unterbrochenen Promenade in LEER (knapp 34000 Einw.).

Landtag in Leer 28.5.

Hinterm Museumshafen die Alte Waage mit hübschem Türmchen und das große Rathaus, dessen durchbrochene Turmspitze mit Glockenspiel schon ein bisschen niederländisch wirkt.

Schade, es regnet wieder, als wir durch die schöne Altstadtstraße mit anschließender neuerer Einkaufsstraße bummeln.

Das Haus Samson von 1643; es gilt als das schönste leeraner Haus. Unten befindet sich die alte Weinhandlung Wolff. In den beiden oberen Stockwerken zeigt ein privates Museum ostfriesische Wohnkultur.
(Das hätten wir uns gern angesehen, erfahren es aber erst beim Schreiben einige Tage später.)

Von Leer nach Delfzijl, NL 29.5.15

Am Freitag früh sagen wir Leer und damit DEUTSCHLAND "TSCHÜS!" und starten Richtung Niederlande!
Von der heutigen Fahrt gibt es leider gar kein Foto!
Um 8°° in die leeraner Schleuse, allein; draußen am Schwimmsteg in der Leda mal wieder warten aufs Kippen der Tide; dann bei ablaufendem Wasser mit der Leda in die breite EMS; mit 16 km/h an Emden und 5 Seehunden, die auf einer Schlickbank gegenüber der Stadt liegen, vorbei und auf die windig-wellige Bucht des Dollard zu.
Vor der Querung des DOLLARD habe ich ein bisschen Schiss, von wegen seitliche Wellen und starkes Aufschaukeln! Es ist aber gar nicht schlimm.

Nach problemloser Fahrt biegen wir um 13.45 Uhr in die Einfahrt des gut geschützten Delfzijler Zeekanaals ein. "HALLO, NIEDERLANDE!"
Die Antwort: Starker Regen! Durch Eemskanaal und Oude Eemskanaal zum uns bekannten Yachthaven 'Abel Tasman' in DELFZIJL, wo wir um 15.15 Uhr
festmachen.
Der Ort Delfzijl, zumindest der Bereich zwischen Yachthafen und Dollard-Deich, wirkt heruntergekommen und schäbig, die Bewohner, darunter relativ viele Farbige, ärmlich. Welch ein Kontrast zu den hübschen Städtchen der letzten Tage.
Morgen geht's nach Groningen!

Von Delfzijl nach Groningen 30.5.15

Unser erstes Foto in den Niederlanden: eine Windmühle!
Schön steht sie da nahe am breiten, geraden EEMSKANAAL, allerdings ohne sich zu drehen.
Düster ist es und sehr windig; manchmal verschlechtert ein Schauer die Sicht während der Fahrt nach Groningen.
Mit der Öffnung der Brücken klappt es aber wie gewohnt prima hier: Bei der ersten meldet Tom uns mit Bootsnamen an, bei allen weiteren wird beim Näherkommen das Zeichen 'Rot-Grün' gegeben = Öffnung wird vorbereitet; die Autos bleiben stehen, die Brücke klappt hoch, 'Grün' und wir können durch.
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