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Von Groningen nach Leeuwarden

Reiseteil 3


über Zoutkamp
und Dokkum



Strecke Groningen - Leeuwarden: 89 km
Fahrtage: 3
Landtage: 3

Aufgelockerter Himmel und Sonnenschein begrüßen uns beim Anlegen im Oosterhaven in GRONINGEN!
Nach Klarschiff-Machen und kleiner Ruhepause zieht's uns in die Stadt.
Erst mal müssen wir uns aber im Watersport-Geschäft anmelden und Liegegebühr bezahlen. Dort lasse ich etwas fallen, bücke mich schnell danach und -Oh Mist, Mist!!- bekomme einen Hexenschuss!!!
Mühsam aufgerichtet merke ich, dass ich doch gehen kann. Ich werde mir den Stadtspaziergang nicht nehmen lassen!

Oh diese holländischen Radfahrer = FIETSER! Das ist ein Kapitel für sich!
Es wimmelt davon in Groningens Altstadt, denn Autofahren ist nur beschränkt erlaubt, und sie fahren schnell!
Beim Überqueren der Straßen ohne Autoverkehr muss man sehr aufmerksam sein! Kaum einer hat einen Helm auf, auch Kinder selten; mehrmals sehen wir Kleinkinder auf kleinem Sitz vor den Eltern sitzen, so wie unsre früher.

Die Martini-Kerk, der Dom der Stadt mit beeindruckender Schnitger-Orgel.
Wir hätten die Stadt gern von oben gesehen, aber beim Fahrstuhl gibt es zu lange Wartezeiten und Treppensteigen ist für mich nicht drin.
Dies Bild zeigt ausnahmsweise einmal neuere Häuser. Der überwiegende Teil der vielen Groninger Altstadtstraßen ist von schönen alten Häusern gesäumt.

Hübsch, wie das kleine Café sich in Martinis Ecke schmiegt. Solche Anbauten sieht man in den Niederlanden häufiger; bei uns eher nicht.
Im Hintergrund der Sitz der Landesregierung der Provinz Groningen.

Vor der Kirche auf einem großen Platz befindet sich ein merkwürdiges, wie das große Museum mit kleinen bunten Fliesen geschmücktes Gebäude, die Tourist-Info. Überraschende Information für uns: Auch Groningen war eine Hansestadt!!

Diese Ecke bei der Visserbrug mit Blick auf den Kirchturm der Aa-Kerk darf auf unserem Spaziergang nicht fehlen, denn hier in der Kurve links lagen wir drei Tage mit BOREAL, als wir ihn vor 5 Jahren abholten.

Blumenpracht auf dem großen Markt im Zentrum der Stadt.

Meinem Rücken scheint der Gang nicht geschadet zu haben, aber beim An-Bord-Kommen über die Leiter auf den hohen Bug muss Tom mir alter Oma helfen.
Das abendliche Essengehen lassen wir lieber ausfallen.

31.5.15 Landtag in Groningen

Besonders gut geschlafen habe ich wegen meines Rückens nicht.
Trotzdem will ich nicht auf den geplanten Museumsbesuch verzichten, zumal Regen angesagt ist.

Berühmt ist das von Alessandro Mendini kreierte Groninger Museum wegen seiner sehr eigenwilligen Gestalt, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln immer wieder ganz anders darstellt und auch von innen interessante Ausblicke und Eindrücke bietet.

Die Wendeltreppe, die uns vom Foyer in die Ausstellungsräume bringt.

Wir sind zunächst enttäuscht, dass es nur eine umfangreichere Ausstellung gibt, nämlich die draußen groß plakatierte über den niederländischen Drucker und Künstler HENDRIK WERKMAN (1882 - 1945).
Aber dann finden wir es doch interessant 'mitzuerleben', wie er als Besitzer einer kleinen Druckerei sich von ersten grafischen großflächigen Druck- Versuchen mit Lettern und einfachen Schablonen allmählich zum avantgardistischen Künstler entwickelte, wobei auch seine späteren figürlichen Arbeiten immer durch Druck von Schablonen entstanden. Er schloss sich einer Künstlergruppe an, die versteckt gegen die deutschen Besatzer agierte. 1945 wurde er wenige Tage vor dem Ende des 2. Weltkrieges von den Deutschen erschossen.

Nach Ende der Ausstellung: Dieses Foto spricht für sich!

Mein Rücken hält es auch für genug, und so gehen wir 'nach Hause', wo ich mir aus dicken Kissenfendern und anderem zur Erleichterung meines Rückens ein Stufenbett baue.

Von Groningen nach Zoutkamp 1.6.15

Der nächste Morgen beginnt mit Sonne und einer schönen Rundfahrt im Konvoi durch Groningen.
Wir kommen wieder am Museum vorbei (hier die andere Seite).

Viele Klappbrücken müssen geöffnet werden (hier beim Museum für Groningens Geschichte).

Diese brug wird samt Brückenwärter zur Seite geschwenkt (als ich ihn frage, ob die 'brugvaart' Spaß macht ,lacht er nickend).

Im Noordhaven wimmelt es von Wohnbooten,...

... auch mal mit Haustieren.

Hinter Groningen beginnt das flussähnliche Fahrwasser des Reitdiep, das zuerst nordwärts und später nach Westen führt. Der kleine Ort Garnwerd am Reitdiep überrascht mit kleinem Badestrand, einem schicken Restaurant mit schön gestalteter Plattform zum Sitzen, einer Mühle und einem herrschaftlichen Haus. Da wir bei der Klappbrücke ein bisschen warten müssen, können wir das in Ruhe betrachten.

Weiter im Nordwesten wird das Reitdiep breiter und irgendwie meint man schon Seeluft zu schnuppern.
Die beiden Segelyachten vor uns lagen mit uns im Groninger Hafen. Sie sind vom Konvoi durch die Stadt übriggeblieben. Der Skipper auf dem vorderen Boot meldet uns drei vor jeder Brücke an, so kommen wir meist schnell durch.

Es ist windiger geworden. Schön, wenn so ein altes Plattbodenschiff mit Seitenschwertern den Wind nutzt.

Und da sind wir schon an unserem heutigen Ziel, in ZOUTKAMP. Als erstes begrüßen uns diese hübschen bunten Häuschen mit Krabbenkuttern davor.
Toll, könnte in Dänemark sein!

Schön ist es hier im kleinen Hafen; Sonne, kleine Wölkchen (zum Glück weiter landeinwärts), ein gutes und ein einfacheres Restaurant, bewohnte Boote und es kommen noch welche dazu, denen wir gern beim Anlegen helfen: die Atmosphäre gefällt uns, wir fühlen uns wohl!
Unserem Liegeplatz gegenüber ist ein kleines Visserij-Museum, das wir uns später ansehen wollen.

Dies Schild entdecken wir am Ausgang des Hafens und finden die Idee amüsant und interessant: Urlaubstage "Bed and Breakfast" an Bord des alten Schleppers "Willem" für Sie und Ihren Partner! Ganz allein!

Das ist der "Willem", am Hafenausgang festgemacht. Fahren tut er nicht , man kann nur einfach darauf wohnen und bekommt, wie wir beobachtet haben, morgens mit Fahrrad einen schönen Frühstückskorb gebracht.
Das alte, kleine Paar, das sich "Willem" als Quartier ausgesucht hat, wirkt richtig glücklich. Sie winken uns fröhlich zu , wenn sie wieder zu ihrem "Willem" hin marschieren.
Und am nächsten Tag, als der stürmische Wind das Schiff bewegt, Wellen gegen den Bug geworfen werden und die Welt im Regen versinkt, können sie sich fast wie auf großer Fahrt fühlen.

Stürmischer Landtag in Zoutkamp 2.6.15

Ja, es weht wirklich heftig an diesem Tag! Dem Segler hinter uns drücken starke Böen den Mast zur Seite, sodass das Boot immer wieder schräg liegt.
Wir wollen uns nicht dem stürmischen Wind draußen auf dem breiten und der Nordsee nahen Lauwersmeer aussetzen. Wir bleiben, wie alle anderen auch, im Hafen.
Wir lesen, schreiben, beobachten tolle Sturm-Flüge der Möwen und den Austernfischer bei der Futtersuche gleich neben uns, kämpfen uns im Regenzeug als einzige Gäste ins einfache Restaurant und versäumen leider die Öffnungszeit des Visserij-Museums da drüben.

Von Zoutkamp nach Dokkum 3.6.15

Über Nacht hat der Wind nachgelassen. Wir sind die ersten, die sich auf den Weg machen.
Tom meldet uns vor Zoutkamp-Schleuse beim "Posten Lauwersmeer" an, und bald können wir hinunterschleusen auf die Zufahrt zum LAUWERSMEER.
Dies war früher eine ca. 10 km lange und bis zu 4 km breite Bucht der Nordsee, die irgendwann eingedeicht wurde und in weiten Teilen verlandete. Zur Nordsee und den davor liegenden friesischen Inseln kommt man durch eine Schleuse.

Hier unsere kleine Schiffssammlung (als Ersatz für den verpassten Museums-Besuch) auf dem Lauwersmeer (Die Niederländer sagen übrigens 'Meer' zum See und 'Zee' zum Meer).
Wir wollen nicht hinaus auf die Nordsee (hm, wir sagen ja auch 'See' zum Meer), nicht bei immer noch 5 Beaufort und Regen.
Im Bogen fahren wir durch besagtes Meer und bei seinem südwestlichen Zipfel wieder hinaus ins Dokkumer Dijp. Es bringt uns zu unserem heutigen Ziel nach...

...DOKKUM in der Provinz FRIESLAND.( Da hier vieles zweisprachig angegeben ist, hier auch noch die friesische Version des Namens: Frieslân.)
Ist das nicht ein toller Liegeplatz, mit Blick auf die Mühle?
Dazu Sonne und leckerer Kuchen!
Und wenn ich mich umdrehe,...

..sehe ich noch mal so eine Mühle. Die wird sogar von einigen Männern in den Wind gedreht; Stoffe auf ihren Flügeln werden aufgespannt, und dann dreht sie sich zu unserer Begrüßung munter drauflos!
Beide Mühlen stehen auf bastionsartigen Vorsprüngen der alten Stadt-Befestigung, zu der auch der grüne Wall neben uns gehört. Fast überall vor diesem Wall um die Stadt herum können Boote festmachen. Bis zum Abend ist hier keine Lücke mehr frei.

Nach dem Kaffee-Trinken besteigen wir den Wall und - Ist das nicht hübsch?!
Dokkum (ca. 12.500 Einw.) entpuppt sich als friesisches Bilderbuch-Städtchen!

An vielen Stellen gibt es schöne Sitzplätze am Wasser.

Das Rathaus mit hübschem Turm und Glockenspiel (wie in vielen niederländischen Städten). Im Café im Eckhaus rechts haben wir am nächsten Tag einen ausgezeichneten Salatteller gegessen.
Im Hintergrund die katholische Kirche.
Die noch weiter hinten am Markt gelegene Hauptkirche ist Bonifatius gewidmet, der den Niederländern den christlichen Glauben brachte und später in Dokkum ermordet wurde. ( Mehr Information bei Google unter Dokkum und Bonifazius)

Die Waage, wichtig für den Handel, darf in keiner friesischen Stadt fehlen. Sie steht meist hübsch verziert an einem zentralen Ort.
Hinter ihr findet gerade ein Markt statt, bei dem wir uns mit frischen Erdbeeren versorgen.
Wir beschließen, das schöne Wetter weiter in Dokkum zu genießen und noch einen Tag zu bleiben.

4.6.15

Einen Teil des Vormittags nutze ich, um im Reisebericht ein gutes Stück voranzukommen, was aber meinem Rücken nicht gut bekommt.
Stufenbett ist angesagt! Das hilft, und macht mich fit für einen Rundgang um die Altstadt auf dem Wall entlang.

Verwirrendes Bild? Tom fotografiert in die Kabine hinein und ist dabei selbst im Spiegel am Kopfende des Bettes zu sehen.

Von Dokkum nach Leeuwarden 5.6.15

Durch flaches Bauernland mit vielen Kuhweiden, Bauernhöfen und zunehmend mehr Fietsern auf dem Radweg neben uns geht es weiter auf die Hauptstadt Frieslands zu.
Vor uns liegt das Dorf Burdaard mit den drei typischen Symbolen für diese Gegend: Windmühle, Kirche und die Klapp-Brücke mit ...

... angelndem Brückenwächter!
Geld für die Durchfahrt will er haben (3,50Euro für zwei Brücken), und die stecke ich in den kleinen friesischen Holzschuh, der an der Angel baumelt.
"Goede Morge!" "Dank u well!"

Ganz langsam und leise gleiten wir durch Burdaard und genießen den Blick auf die hübschen Häuschen mit Terrasse direkt am Flüsschen.

Der heutige Freitag ist ein Ausnahme-Tag, nicht nur weil zwei liebe Freunde heute heiraten (wir freuen uns auf das große Fest dazu im August), sondern weil er ein richtiger Sommertag mit 28° werden soll!! Bisher hatten wir höchstens mal 18°.

Ein schönes Plattbodenschiff nutzt den wenigen Wind.
Links die "Sleipnir", mit Anneke und Arno an Bord. Sie lagen am 2.Tag in Dokkum hinter uns und überließen uns freundlicherweise ihren Schlauch zum Wassertanken.

In Leeuwarden

Auch bei der Einfahrt nach Leeuwarden gibt es schöne Wassergrundstücke, jetzt mit deutlich größeren Häusern.

Wieder ein schöner Liegeplatz am Ufer gleich hinter der ersten Innenstadtbrücke; nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt und -
unter schattenspendenden Bäumen! Ein großes Plus bei der jetzt spürbaren Hitze!
"Sleipnir" legt sich hinter uns. Bevor wir in die Stadt aufbrechen, geben uns Arno und Anneke Tipps für die Weiterfahrt, verbunden mit einer Einladung zu einem Glas Wein am späten Nachmittag.

Freitagnachmittag in der Innenstadt: Die Hälfte der jungen Einwohner und Studenten scheint sich hier am schmalen Kanaal, der die Stadt durchfließt, zum Weekend-Beginn eingefunden zu haben! Wir finden keinen Platz, um selbst ein kühles Getränk zu genießen. Außerdem ist Markttag, auf der anderen Kanalseite stehen zwei Reihen Buden dicht an dicht. Was sonst einen Ort belebt, empfinden wir heute als störend, um die Stadt mit ihren prägenden Gebäuden und Plätzen kennenzulernen.

An dem Käseladen kommen wir nicht vorbei. Man darf aus kleinen Schüsselchen Käsestücke und anderes probieren; und natürlich nehmen wir auch ein Stück gut gereiften Käse mit.

Auf dem Rückweg verlaufen wir uns leider, machen einen weiten Umweg zum Boot, und das bei dieser Hitze!
Schatten an Bord! Gut! Schade um Leeuwarden, war nicht der richtige Tag für uns!
Der Besuch an Bord der "Sleipnir" reißt den Tag wieder raus. Der Merlot schmeckt mir und Tom das belgische dunkle Trappisten-Bier! Wir unterhalten uns lebhaft und angenehm, denn Anneke kommt gut wieder ins Deutsche rein, englisch geht ja auch, und wir haben alle vier viel zu erzählen, besonders von unseren bisherigen Bootserlebnissen! Hjartelijk bedankt, Arno en Anneke, für das nette Zusammensein bei euch an Bord und die vielen Tipps!!

Morgen beginnt der 4. Teil des Reiseberichts.
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