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Von Gent (B) nach Geertruidenberg (NL)

3. und letzter großer Fahrtabschnitt: Von Gent zurück nach Lübeck

Reiseteil 8


über Branst
Antwerpen
Tholen (NL)
Oudenbosch
Breda
Geertruidenberg

Strecke Gent (B) - Geertruidenberg (NL): 212 km
Fahrtage: 5
Landtage: 4 (davon 2 vor der Weiterfahrt in Gent)

Wieder in Gent 12.08.2015

Für zwei Wochen hatten wir unsere Reise unterbrochen und waren wieder zu Hause: die Kinder, den Vater, Freunde sehen; sich um Buchhandlung, Haus und Garten kümmern; und bei Berlin die kirchliche Trauung mit wunderschöner Feier von Tina Vogt und Maurizio Gambarini erleben.

In diesem letzten großen Fahrtabschnitt soll es mit BOREAL wieder nach Hause, nach Lübeck gehen. Ca. 6 Wochen haben wir für die ca.700 km veranschlagt.
Da liegt er im Fluss Leie bei der 'Königlichen Genter Wassersport Vereinigung', eingestaubt, aber sonst in Ordnung.
Gepäck wird aus dem Leihwagen ins Boot umgeladen und verstaut, mehr ist an diesem ersten Abend nach langer, anstrengender Autofahrt nicht drin.

13.08.15

Nachdem der Leihwagen zurückgebracht und BOREAL geputzt ist, geht es nachmittags per Rad am Fluss entlang in die schöne Stadt.
Ja, so kann man die prächtigen Häuser doch richtig bewundern, ohne Bühnen und Tamtam.

Blick in die Sint-Bavo Kathedrale: beeindruckend hohes Kirchenschiff mit schöner Gewölbe-Rosette über dem durch schwarz-weiße Trennwände halb abgeschirmten Chor; hinterm Altar ein Standbild des heilig gesprochenen Bischofs und Namenspatrons Sint Bavo; rechts die mit Figuren aus Carrara-Marmor und verzierter Treppe aus dänischer Eiche sehr überladene Kanzel; viele Heiligen- und Bischofs-Statuen; und als Kostbarkeit in einem Nebenraum das Gemälde "Die Anbetung des Lamm Gottes" der Gebrüder van Eyk. (Nicht fotografiert; bei Interesse googeln)

In einem Café am großen Platz beim imposanten Gebäude der 'Sozialistischen Arbeitervereinigung' (links) nehmen wir ein Bierje zu uns: ich ein Krik (Bier mit Kirschsaft, schmeckt sogar) und Tom ein helles Trappisten-Bier.

Da sind wir wieder an der Leie, die hier Kraanleie heißt, weil dort hinten wohl mal ein Kran stand. Jetzt stehen da unter den Bäumen Bänke ...

... und auf eine setzen wir uns, um in Erinnerung an viele Picknicks auf früheren Reisen mal wieder ein solches zu genießen, mit Wein, Wasser (zum Waschen der) Tomaten, Schinken und Käse. Schön!

Unsere feinen Rädchen vor alten Häusern, die eine Restaurierung dringend nötig hätten.

14.08.15

Heute ist die Burg-Besichtigung dran.
Die Burg Gravensteen der Grafen von Flandern, erbaut ab dem Jahr 1180, gehört zu den größten Wasserburgen Europas und ist wohl die einzige mittelalterliche Burg, die mitten in der Stadt steht.

Sie hat eine wechselvolle Geschichte mit Belagerungen, Eroberungen, Befreiungen hinter sich.
Irgendwann wurde sie von den Grafen aufgegeben, als sie ihren Sitz verlegten.
Sie verfiel teilweise, wurde mit Anbauten anderweitig genutzt und diente schließlich als Fabrik, nachdem sie fast ganz und gar durch neue Gebäude umhüllt war.

Erst in jüngerer Zeit wurde sie wieder freigelegt und in ihren ursprünglichen Zustand zurückgebaut; ein Vorgang, der noch nicht abgeschlossen ist.
Deshalb empfanden wir sie beim ersten Anblick als Filmkulisse.

Im Inneren ist wenig erhalten geblieben. Es gibt eine Waffenausstellung, eine grausig Ausstellung über mittelalterliche Foltermethoden und Fotografien sowie Musik zum Thema Sterben.

Lohnenswert ist auf jeden Fall der Ausblick über die Türme der Stadt und auf den Platz zu Füßen der Burg.

Von Gent auf der Schelde nach Branst 15.08.15

Früh brechen wir am nächsten Morgen auf, denn wir wollen mit ablaufendem Wasser flott die Schelde hinunterfahren.
Wir haben mit zwei Booten geschleust, von denen eine auch eine Barkas ist. Recht bald lassen wir sie hinter uns.

Tom muss sehr aufmerksam steuern. Gestern Abend hatte uns ein drohendes Unwetter aus der Stadt zum Boot zurück rasen lassen. Es wurde bei uns nicht so schlimm wie befürchtet, hat aber in anderen Gegenden schlimme Schäden angerichtet, wie wir im Radio hören.
Wir sehen auch Folgen auf dem Fluss. Es schwimmen viele Blätter, Schilfinseln, ganze Äste und auch mal ein Balken mit uns. Letztere sollte man nicht überfahren und ans Ruderblatt oder in die Schraube bekommen!

Unsere Wimpel: oben am Mast der Vereinswimpel des Lübecker Motorboot Clubs, rechts am Mast die belgische Gastflagge und im Bug der Zeeland-Wimpel, von dem man leider den Löwen nicht sieht (wir haben BOREAL ja in Zeeland gekauft).

Schon eine ganze Weile sehen wir in den Innenseiten der Kurven Schlickbänke. Es ebbt tüchtig. Da sollte man in den Kurven schön weit außen fahren.
Wie schrecklich, wenn man über solche Steinbänke rutschen würde!

Der Ort St. Amands mit gleichnamiger Kirche. Da ist es nicht mehr weit bis Branst, unserem heutigen Ziel.

Hinter diesem Ort wird die Schelde in einer Kurve sehr breit. Wir halten uns gut von beiden Ufern fern, fahren schön in der Mitte bei sechs Metern Tiefe.
Plötzlich kurbelt Tom wie wild: "Mist, es wird flach! 1,20 ...1 Meter!" Und dann sitzen wir auf!! So'n Schiet!
Keine Ahnung, ob das Flach vom linken oder rechten Ufer kommt. Rechts ist eine hohe Schlickbank, aber links ist die Innenkurve. Vollgas zurück!
Erst tut sich nichts, dann rutschen wir cm um cm zurück. Uff! Halten vorsichtig aufs rechte Ufer zu und haben bald wieder einige Meter Wasser unterm Kiel.

Sicher am Schwimmsteg in BRANST! Eine halbe Stunde später ist auch die andere Barkas "Joffer" da. Die Eigner haben sie erst vor einer Woche gekauft; hoffentlich billig, denn sie sieht ganz schön rostig aus.
Inzwischen hat die Flut wieder eingesetzt. Flussaufwärts kommende Berufsschiffe fahren mit der Flut sehr schnell und schaukeln Steg und alle Boote wild durch.
Welches Boot ist BOREAL?

Wir erholen uns ein bisschen von dem Schrecken, schnacken mit den anderen Barkas-Fahrern und nach dem obligatorischen Kaffee starten wir zu einer Radtour auf dem Deich zurück nach Sint Amands.

Von der Dachterrasse des Restaurants bei der Kirche, in dem wir nicht besonders gutes Stoofvlees (Gulasch) mit groetmoderlijke Friets essen, haben wir einen schönen Blick auf die Stelle in der Schelde, an der wir aufsaßen.
Das soll sehr oft vorkommen, erzählt man uns.
Untiefentonnen kann man nicht setzen, weil der Grund so veränderlich ist.

Nach der Rückkehr setzen wir uns noch auf het bierje vor 'Zates' Kneipe hinterm Deich, zu der unser Steg gehört. Unterhalten uns nett mit einigen gut deutsch sprechenden Flamen und einem fröhlichen Kenianer, der leider nix versteht aber viel lacht.

Mit sanftem Sonnenuntergangslicht und schöner Gitarrenmusik klingt dieser Tag aus.

Von Branst nach Antwerpen 16.08.15

Früh am nächsten Morgen geht unser Blick gleich hinauf zum Deich.
Ah, da ist ja ein Läufer! Er ist einer von 12.000 Menschen (wie wir beim Frühstück im Radio hören), die seit gestern Abend an einem alljährlich stattfindenden 100 km-Lauf teilnehmen.

Bei der Radtour gestern sahen wir auf dem Deich viele Schilder mit Totenkopf, die auf diesen 'Dodentroecht' ('Totenzug'?) zu Ehren von Onze liewe Vrouwe hinwiesen, der heute an Mariä Himmelfahrt um 9 Uhr in einem Dorf in der Nähe endet.
Die Tausende sind wohl schon längst durch. Jetzt kommen nur noch Nachzügler, die zu Zates hinterm Deich, einem Kontrollpunkt, abbiegen und etwas zu trinken bekommen für die letzten paar Kilometer.

Um kurz nach 8 winken wir den Barkas-Leuten hinter uns zum Abschied zu und fahren zügig mit ablaufendem Wasser in Richtung Antwerpen.
2 Stunden später liegt die Stadtsilhouette vor uns.

Dann müssen wir aber leider 2 Stunden (!) nach Anmeldung in der Nähe der Royerssluis dort unten herumkurven, bevor wir eingelassen werden.
Wartestege gibt es nicht! Sehr sportboot- unfreundlich!

Das Schleusenbecken ist sehr lang und sehr hoch.
Zum Anlegen werden unsere Festmacher-Leinen vom Schleusenpersonal an Haken nach oben gezogen und über Poller gelegt.
Tom muss mit allen Bootspapieren und Führerschein eine verbogene Leiter nach oben klettern zur Entgegennahme einer FD-Nummer (nur wenn man diese hat, darf man den Hafen befahren).
Als einziges Boot werden wir dann langsam hinaufgeschleust.

Jetzt trennen uns noch 2 Brücken vom Jachthafen. Die erste, die Siberiabrug, öffnet nach Anruf über VHF schnell, vor der zweiten, der Londenbrug, müssen wir bei Regen anlegen und noch einmal 45 Minuten direkt vor dem Hafen warten.
Um 14.10 sind wir endlich am Ziel, im Jachthafen "Willemdock"!

In Antwerpen 17.08.15

Sonntagsfrühstück mit Blick auf das rote MAS, das "Museum am Strom".

Blick vom MAS auf den Jachthafen, ...

...die Häuser am Museumshafen, ...

... die Altstadt mit Onzeliewevrouwe-Kathedrale (links) und Sint-Paulus-Kerk (vorn)

Alte Buddha-Statue im MAS in der Ausstellung 'Glauben und Religion'

Schamanen-Masken aus der Südsee, MAS

Chor und Altar in der Sint-Paulus-Kerk

Onzeliewevrouwe-Kathedrale vom Radhuisplein aus

Antwerpens Rathaus mit Flaggen aus aller Welt

Brunnen mit 'Meeresbewohnern' und Touristen vor prächtigen Gebäuden aus dem 16. Jhdt., Rathausplatz

Altes Gasthaus ...

... mit kleinem Privatmuseum und sehr gut erzählendem Führer.

In der Küche, ...

... im Gemach der Eheleute, ...

... dito,

... der Dachboden,

... mit lebenden Hühnchen!
Schön und interessant gemacht.

Um 21 Uhr noch mal aufs MAS

Sonnenuntergang hinter Antwerpens Hafen, dem drittgrößten in Europa, hinter Rotterdam und..? Welcher ist wohl der zweitgrößte?

Mit unserer FD-Nummer dürfen und werden wir ihn morgen in ganzer Länge durchfahren, um nordwärts wieder in die Niederlande zu kommen.

Von Antwerpen (B) nach Tholen (NL) 17.08.15

Regenwetter bei der Fahrt durch den Hafen

In der Kreekraksluis
Diese etwas gammelige Yacht namens "Tom" lief vor uns ein und wurde vom Heckwasser des Berufsschiffes links mit hoher Geschwindigkeit gegen die Schleusenmauer 'geschleudert' und ratscht daran entlang! Huh, erschreckend!

Mein Tom versucht, mit eigener schneller Geschwindigkeit durch den Schwall zu fahren. Bringt nichts, auch wir werden an die Wand gequetscht, sind aber besser gefendert. Tom schimpft ärgerlich zum Decksmann hinüber; hätte den Schwall, mit dem sich die Großen ohne festmachen zu müssen an der Schleusenwand halten, doch mal kurz unterbrechen können. Der Decksmann öffnet die Arme und zieht die Schultern hoch: 'Können wir nichts dran ändern'!

In Tholen

Wir sind wieder in den Niederlanden, im kleinen Ort Tholen. Leider regnet's und klart nur mal kurz zum Spaziergang mit Einkauf auf.
Hier der kleine Marktplatz mit kleiner Kirche, einigen Marktwagen, Musikpavillon und altem Stand, der seinem Gestänge nach früher vielleicht einem vorbeikommenden Schmied das Beschlagen der Pferde erleichterte (?).
Die große, hinter Bäumen versteckte Kirche bekomme ich nicht gut aufs Bild und geschlossen ist sie auch.

Das Rathaus in einer der typischen schmalen Gassen des Ortes.

Von Tholen nach Oudenbosch 18.08.15



Im Jachthafen Oudenbosch

Die Basilika des Städtchens...

... ist dem Petersdom in Rom nachempfunden.

Von Oudenbosch nach Geertruidenberg 19.08.15

Blick zurück vom kleinen Fluss Mark auf die große Basilika

Zwischenstation in Breda am Mark

'Prinsengrab' der Nassauer Grafen

Grote Kerk in Geertruidenberg

Landtag in Geertruidenberg 20.08.15

Wir bekommen lieben Besuch!

Arno, Anneke und ihre 'Kleinkinder' (so sagt man in den Niederlanden) Erik und Robert, die gar nicht mehr so klein sind.

Robert und Erik erzählen von den Schwimmabzeichen, die sie schon haben. Dafür muss man ganz schön viel können. Ist ja auch besonders nötig in diesem Land, in dem es so viel Wasser gibt.
Anneke ist unsere Übersetzerin.

Prima, dass ihr es mit eurer Fahrt möglich gemacht habt, dass wir uns wieder sehen konnten! Hoffentlich hattet ihr anschließend noch einen schönen Tag in Leerdam!
Lieben Gruß an euch alle!

Die Grote am 'Historischen Markt'...

... und ihr scheinbar gegenüber, aber außerhalb der Stadt, dieser Turm.

Schöne alte gepflegte Häuser am Markt

Hier haben wir abends sehr gut gegessen!
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